DEN KREBS IN DEN ASPAHLT LAUFEN

Als ich im Jahre 2009 meine dritte Diagnose erhielt und ich mich für andere/begleitende Therapien interessierte, erfuhr ich etwas über die derzeit noch nicht veröffentlichten aktuellsten Studien in Bezug auf Krebs und Sport

Da der Sport schon immer eine große Wichtigkeit in meinem Leben spielte, kamen die damals neuen Studienergebnisse über die Wirkung von Sport auf Krebs wie gerufen.

Zuvor wurde mir von sportlichen Aktivitäten eher abgeraten. 

Mir wurde vielmehr das Schonen geraten. 

Nun mit den Studienergebnissen konnte ich meinem Bewegungsdrang nachkommen und zugleich verbesserte ich meine Chancen bezüglich eines Rückfalles um 40%.

Das war eine Menge.

Neueste Studien zeigen sogar 60% Verbesserung bei Fatique-Syndrom. 

Gleichsam fühlte ich mich besser, was mir neue Energie schaffte. 

Meine mentale Stärke sprudelte über und immer wenn ich meine Laufschuhe anzog, die Felder ablief und zugleich müde war, hatte ich nur einen Gedanken:

Ich gebe nicht auf. Ich laufe den Krebs in den Asphalt.

Im Zusammenhang mit meinen anderen Maßnahmen, stiegen die Chancen für eine Heilung oder einen Zustand, mit dem ich älter werden konnte.

Das gab mir Hoffnung meine Kinder weit über die Schulzeit hinaus erleben zu können. 

Nach der Diagnose der Lebermetastasen, glaubten die Ärzte nicht einmal mehr daran, dass ich die Einschulung meiner Kinder miterleben würde. 

Ich aber glaubte an einen anderen Weg und es tat mir gut, aktiv etwas dagegen tun zu können.

Ich übernahm das Heft des Handelns wieder.

Herzrhythmusstörungen, die nach meiner Reanimation 2006 auftraten, verbesserten sich mit dem regelmäßigen Laufen enorm.

Ich lief, laut den Empfehlungen anfänglich 4 Einheiten pro Woche für 40 Minuten.

Es war mir sogar möglich, diesen Laufrhythmus auch während der Strahlentherapie durchzuhalten.  

Es war klar, wenn mich die Müdigkeit (Fatique) erst eingenommen hatte, würde es nur umso schwerer werden, da wieder einen Ausgang zu finden.

Das wußte ich von meinen bereits zuvor erhaltenen Chemotherapien. 

In der letzten Woche der täglichen Bestrahlung aus der Gesamtdauer von 6 Wochen, schaffte ich es nur noch 20 min. pro Laufeinheit durchzuhalten.

Immerhin war ich noch in der Lage solchen Anstrengungen nachzugehen. Meine Angst vor der überwältigenden Müdigkeit (Fatique) war zu groß.                                                                      

                             

Ca. 2-3 Wochen nach Beendigung der Strahlentherapie, hatte ich eine beeindruckende, eher für mich überraschende Ausdauer gewonnen, nichts war offenbar umsonst geblieben und so lief ich nach 6 Monaten der Diagnosenstellung, also 3 Monate nach der Strahlentherapie, meinen ersten Halbmarathon.

Darauf folgten 6 weitere und 2 volle Marathons ca. 7 Jahre später, aus denen ich Spendenläufe für die Forschung des NCT-Heidelberg (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen) machte.

Das Laufen war nicht nur gut für meine Widerstandskraft und mein Herz-Kreislauf-System, sondern auch dafür, mein mentales Gleichgewicht zu halten. 

Die Angst konnte ich hiermit sehr gut in Schach halten.

Während des Laufens spielten sich Bilder vor meinem inneren Auge wieder und ich träumte von Zieleinläufen meines Lebens und eines Marathons.


 

Telefon: 0175 98 30 218

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